Der Plan- wann, warum, wohin?

Hier kannst du dir ein Bild davon machen, was wir vorhaben und warum

Unser Plan ist, dass wir Mitte/Ende März 2018 den Tattooladen schließen. Ja, so richtig zu, endgültig. Wir wollen alles verkaufen, was sich dort befindet. Dekoration, Küchenschränke, Bilderrahmen, Möbel und Tattoostudio-Zubehör. Wir wollen uns losmachen von all den Rechnungen, Versicherungen und Verpflichtungen. Wir wollen nochmal frei sein in diesem Leben, so weit das irgendwie möglich ist. Wenn nicht jetzt, wann dann? Diese wundervolle Welt müssen wir gesehen haben und all ihre Wunder.

Bald wird es ernst

Ende April werden Felix und ich im engsten Familien- und Freundeskreis in Solingen heiraten. Unser Wohnmobil ist bereits gekauft und wir wollen Anfang Mai damit loswackeln und die Welt erkunden-zumindest schon mal Europa. Unterwegs wollen wir illustrieren,  tätowieren, wandern, schwimmen, diesen Blog führen, Videos drehen, Fotos machen, zeichnen und sehen, was sich sonst noch so ergibt. Wir wollen auf unbestimmte Zeit unterwegs sein. Jede Option soll vorerst offen bleiben.

Wohin wir genau fahren werden wissen wir momentan noch nicht. Wir haben aber Kroatien und Italien im Auge und überlegen den Winter in Portugal zu verbringen. Wir möchten auch einige Orte in Deutschland besuchen, wie den Spreewald, die mecklenburgische Seenplatte, den Harz und die Alpen, diverse Seen usw. Hast du einen Tipp für uns, wo wir unbedingt mal hin sollten? Dann schreib´ uns doch bitte. Wir freuen uns über jeden Hinweis.

Wir lassen viel zurück und geben viel auf

Dabei haben wir doch den tollen Laden, unsere schöne Wohnung und den Schrebergarten. In jedes einzelne haben wir viel Arbeit, Zeit, Liebe und Geld gesteckt. Wir verdienen doch gut, wir haben doch alles, was wir brauchen. Jetzt seid doch mal glücklich und zufrieden!
Trotzdem ist da diese leise Stimme , die flüstert: Das kann es doch nicht gewesen sein?

Ich habe mir vor 7 Jahren den Traum erfüllt einen eigenen Laden zu eröffnen. Aber manchmal ist die Realität etwas anders, als die romantische Vorstellung, die man von manchen Dingen hat. Ich habe lange gedacht, es müsste alles so bleiben, wie es ist. Ich kann doch den Laden nicht einfach zu machen. Der ist doch so schön und auch nicht zu teuer und schließlich wollte ich das immerhin so. Oh, warte: Doch, kann ich!

Ich habe irgendwann gemerkt, dass ich mich selbst in meinem Kopf einsperre, weil ich mir einrede, ich könnte etwas nicht sein oder tun. Klar, nichts geht von heute auf morgen und man muss auch etwas Schmerz hinnehmen, wenn man sich von Orten, Dingen oder sogar von Menschen trennt. Es ist nie alles nur supertoll und nie nur megaschlimm. Aber man muss nicht zwangsläufig in der Zentralhölle hocken, um die Berechtigung zu haben etwas an seiner Situation zu ändern. Es gehen mir auch Dinge verloren, die mir am Herzen liegen. Das meine ich ja, wo Freude ist, ist auch ein bisschen Trauer.

Warum wir es trotzdem tun

Viele meiner schönsten Erinnerungen habe ich bereits auf Reisen gesammelt. Das Schwimmen mit freien Delfinen im Ozean werde ich nie vergessen. Es treibt mir noch immer die Tränen in die Augen vor lauter Glück und Dankbarkeit, dass diese wundervollen Wesen mir erlaubt haben ihnen so nahe zu sein. Schottland war auch der Hammer und die wilde, jedoch zahme Robbe wird mir im Gedächtnis bleiben. Da haben wir angefangen davon zu träumen, wie schön es wäre, irgendwo zu bleiben solange man will oder einfach weiterzufahren, wenn es einem langweilig wird.
Felix liebäugelte schon länger mit einem Wohnmobil. Aber ich fand, das sei Quatsch. Ein Auto und ein Womo, damit wir „wie oft nochmal?“ wegfahren? Nein, wir müssen in die Rente einzahlen und in unsere Bausparverträge. Wir müssen uns um den Garten kümmern und regelmäßig staubsaugen. Jawohl, das gehört sich, so macht man das.

Ich für mich persönlich sehe darin bis zu einem gewissen Grad den Sinn des Lebens. Diese Welt ist fantastisch und voller Wunder und märchenhaften Orten. Ich möchte sie sehen und kennen lernen, tun wovor ich Angst habe und lernen-das ist der Plan.
Ein kleiner Wildfang war ich schon immer und habe mich mit dem Laden und dem Garten auf Dauer ein wenig unflexibel gemacht. Wenn man nicht selbstständig ist, kann man das nur schwer nachvollziehen. Manche haben eine sehr verklärte Vorstellung von Selbstständigkeit. Ich sage euch: es ist nicht so, wie ihr denkt und es ist nicht das, wonach es aussieht. 😅

Was die können, können wir auch

Besonders hat mich Julia Engelmann mit ihrem Poetry Slam inspiriert. Meistens habe ich es mit meinem Tatendrang nur bis zur Couch geschafft, weil ich dachte, dass gibt eh nichts. Du hast den Laden und deine Kunden, der Zug ist für dich abgefahren. Wie Julia E. sagt: Eines Tages, Baby, werden wir alt sein und an all´ die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können. Hätte, hätte, Fahrradkette-find´ dich damit ab. Was willst du schon großartig machen?
Mittlerweile glaube ich fest daran, dass ich bereuen werde, was ich nicht getan habe, nicht, was ich getan habe.
Wir haben uns den Film „Expedition Happiness“ im Kino angesehen und auch das war für mich ein Punkt, der mich noch weiter zu der Entscheidung gebracht hat, die nun Anfang September gefallen ist.
Ich war irgendwie wieder schmollig auf den Alltag und Felix hat gefragt, was ich stattdessen will. „Rumreisen, die Welt sehen, frei sein, keine Ahnung, sowas halt.“- „Ja“, sagt Felix, „Dann lass das doch machen“.

Schreib´  uns

Du kannst uns jederzeit, auch jetzt schon, schreiben, wenn du zum Beispiel ein Tattoo haben möchtest, einen Stellplatz für uns hast, eine tolle Lokation/Unterkunft, über die wir berichten sollen, wenn du eine Illustration brauchst oder einen tollen Ort/Wanderweg/Bar etc. kennst und uns zeigen möchtest. Wichtig dabei ist nur, dass wir in deiner Nähe sind oder bald sein werden. Wo wir genau sind und wo wir hinwollen, kannst du dann unter „Aktuelles“ verfolgen.

Mehr dazu kannst du auf unserem Youtube-Kanal erfahren.

Stand der Dinge- Februar 2018

Das Universum ist auf unserer Seite Bisher läuft wirklich alles außergewöhnlich glatt. Leider habe ich aktuell die 4. Nebenhöhlenentzündung seit Dezember, was […]

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