8 Wochen im Wohnmobil

Hier halten Dir dich auf dem Laufenden was wir gerade so machen: ob wir in einem Tattoostudio arbeiten, an Illustrationen zeichnen oder einen Stall auf einer Farm ausmisten. Diese Seite ist also in stetem Wandel und wir schwatzen hier einfach ein bissi aus´m Nähkästchen. Hier ist Plauderton angesagt, mit allem, was wir so zu erzählen haben. Diese Seite ist so aktuell, wie wir Zeit und WLAN haben.

8 Wochen im Wohnmobil

Du liebe Güte, wie die Zeit rennt! Zwei Monate wohnen wir jetzt schon im Wohnmobil. Mittlerweile fühlt sich das ganz normal an und du denkst gar nicht mehr darüber nach, dass es mal anders war. Zu Beginn war das schon so. Sobald es irgendwo nett aussah, habe ich den Immobilienmarkt gecheckt. Jetzt kann ich mir erst mal nicht mehr vorstellen nicht mehr zu reisen.
Inzwischen ist das Wohnmobil wirklich eingeweiht oder eingepupst, wie ich gerne sage. Alles hat seinen Platz gefunden und wir wissen, was wir Wohni zumuten können. 18% Steigung oder Gefälle schafft es! Da qualmen schon mal die Bremsen, aber dann fährt man irgendwo ran und wartet, bis sie abkühlen.
Die Kälte morgens im Womo, wenn wir in den Bergen stehen, bleibt allerdings in meinen Augen gewöhnungsbedürftig.
Campingplätze sind und bleiben so ein Thema für mich:
Orrr, es fällt mir immer noch schwer damit klarzukommen, wenn morgens in den heiligen Hallen der Sanitäranlage irgendwelche Leute ihren Schlonz hochröcheln und rumrotzen. Keuchend und grunzend entleert scheinbar Gollom himself seine Eingeweide, es riecht nach gelb und braun. Yay! Neulich kommen zwei Frauen rein(O-Ton): „Boah, die Toiletten hängen aber hoch!“ -„Ja, voll“…“Wie machstn du das dann beim kacken?“
Die Flodder-Schlüpfer-Haut-Couture noch als Kirsche auf der Sahne. Ein Mikrokosmos-eine Kultur für sich. Obwohl man das Wort Kultur in dem Zusammenhang eigentlich nicht benutzen darf.

Wo wir uns in Zukunft sehen

Das ist eine gute Frage, aber trotzdem spannend darüber nachzudenken. Wir machen uns darum trotzdem immer weniger Gedanken. Felix meinte, er möchte später, wenn wir wieder eine Wohnung haben, viele Zimmerpflanzen haben. Große, in riesigen Blumentöpfen. Ein Atelier wäre auch toll, eines, in dem man auch werkeln kann, nicht nur malen.
Ich hätte gerne ein paar Hühner und evtl. zwei Ziegen. Ich würde einen kleinen Garten für Gemüse und Obst anlegen. Das ist geblieben von meinen Visionen. Vor unserer Reise wollte ich am liebsten im Wald oder auf dem Land wohnen ohne Nachbarn in Sichtweite. Bloß raus aus der Stadt!
Das ist nicht mehr so bzw. ich bin nicht mehr davon überzeugt. Mir fehlen meine Freunde schon sehr, auch, wenn ich mich ein wenig daran gewöhnt habe. Vielleicht werde ich irgendwann so ne Vorstadtmutti, wer weiß. Ich habe eben weder Lust auf Menschenmassen und Angst am Hauptbahnhof, noch will ich wie irgendein Hillbilly in der Pampa verblöden und zusehen, wie mein Wortschatz schrumpft.
Ich freue mich schon darauf, wenn wir über den Sommer unsere Freunde und Familie in Deutschland besuchen. Auf den Herbst und Winter, wo wir nach Frankreich, Spanien und Portugal runter machen aber auch. Wir schwärmen nach wie vor für Schottland und ich denke, da wird es uns nochmal hinziehen. Wir werden sehen, vielleicht kommt alles doch ganz anders.

Chill ma deine base

Ich glaube, es hat wirklich 5 Wochen gedauert, bis ich endlich mal runter gekommen bin. Der Rattenschwanz der Bürokratie hat uns noch bis nach Kroatien und zurück verfolgt. Zum Glück habe ich das Ipad, um von unterwegs mal eben online Dokumente zu unterschreiben.
Am Anfang wollte ich Kostenlisten führen und Gott weiß was alles. Es fiel mir schwer überhaupt mal locker zu lassen. Wir müssen ja auch unsere Termine planen und vergeben, dafür malen usw. Die Arbeit und alles was so kommt, ist eben doch präsent. Die Frage ist nur, wie viel Stress man sich deswegen tatsächlich machen muss und ob das ein oder andere nicht bis morgen warten kann.
Am Anfang haben wir aber viele Kilometer gemacht und erst in den letzten 3 Wochen bleiben wir eher mal stehen, als das wir weiter fahren. Das bringt Ruhe rein. Ich habe vorher viel in der Richtung auf anderen Blogs gelesen. Die haben alle das Gleiche gesagt, aber man muss seine Erfahrungen selbst machen.
Wir wollten unbedingt schnell in den Süden, wo es warm ist. Dort angekommen haben wir uns vor Hitze kaum rühren können und es gab jeden Tag Wärmegewitter. Also wollten wir da wieder weg und sind wieder hoch gepeitscht. Felix wollte in die Berge und seit wir dort sind, ist die Welt in Ordnung.
Das Klima ist herrlich, die Berge majestätisch und dem Hund geht es hier auch gut. Also bleiben wir hier in der Gegend und genießen das Leben.

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