Countdown- April 2018

Ist es noch weit? Sind wir bald da? Ich muss Pipi!

Ach, ich weiß auch nicht. Ich schreibe nicht nur für den Blog, sondern auch für mich allein, um meine Gedanken in Worte zu fassen und zu sortieren, weil sie dann meistens Ruhe geben. In letzter Zeit hatte ich weder für das eine noch für das andere Luft. Ich merke direkt, wie mir das fehlt und die Gedanken nicht aufhören zu kreisen und mich in der Nacht durch den Schlaf jagen. Ätzend.

Es sind jetzt doch noch ein paar Zwischenfälle aufgetreten: Wir müssen unsere Wohnung komplett aufgeben, Finley musste in die Tierklinik in Duisburg und unser Wohnmobil ist auf unbestimmte Zeit in der Werkstatt.

Die Zeit vergeht nicht und rennt doch

In 16 Tagen heiraten wir und in weniger als einem Monat fahren wir endlich los. Die ganze Zeit hat es sich angefühlt, als würden diese Tage nie kommen. Mitte September haben wir die Entscheidung getroffen- das ist über ein halbes Jahr her. Es ist viel passiert und wir haben viel geschafft und trotzdem fühlt es sich an, als würdest du auf der Stelle treten. Gleichzeitig rennt dir auf den letzten Metern die Zeit davon. Was ist da los? Im Moment funktionieren wir, um Sachen zu erledigen, Häkchen auf unseren To-Do-Listen zu machen. Selbst, als ich den Laden abgegeben habe, war das nur ein Haken auf einer langen Liste. Ich dachte, ich wäre erleichtert oder traurig, irgendwas, aber nix. Die Frage war: was steht als nächstes an? Auto verkaufen, Garten verkaufen, Laden kündigen und jetzt die Wohnung vermieten.

Raus aus der Wohnung

Eigentlich wollten wir sie möbliert vermieten, aber das hat nicht geklappt. Jetzt vermieten wir sie richtig. In das Thema musst du dich erstmal rein finden- Vermieter sein. Okay, Hilfe!? Eine Sache mehr, von der ich vorher keine Ahnung hatte, jetzt aber schon. Trotzdem war das komisch. Die Kosten für eine leere Bude können wir unterwegs nicht tragen, aber mir ist schon der Arsch auf Grundeis gelaufen, als wir festgestellt haben, dass die Wohnung ganz weg muss. Irgendwie war das die ganze Zeit der Joker, der Hafen, die Absicherung. Ja, die ist dann jetzt weg. Handle it. Daran habe ich zu knabbern.

Unsere Wohnung ist schön und ich kann es mir grad ohne schlecht vorstellen. Ich bin wirklich traurig und angefressen. 🙁 Aber so eröffnen sich auch neue Möglichkeiten. Wir verkaufen jetzt noch mehr von unserem Krempel, mittlerweile zählt Ebay-Kleinanzeigen über 80 Inserate und es ist kein Ende ist Sicht. Aber so reisen wir mit leichtem Gepäck, selbst, wenn wir mal umziehen, wohin auch immer. Wir müssen nicht in diese Wohnung zurück. Vielleicht werden wir irgendwann Gott weiß wo hinziehen. Ich bin etwas besorgt. Selbstständige sind nicht Vermieters Liebling und Tätowierte.. nun ja. Positiv denken und in eine Tüte atmen.

Die liebe, liebe Krankenkasse

Ich bin gesetzlich versichert und zahle jeden Monat eine mächtige Summe dafür. Sich in den Beiträgen runterstufen zu lassen erweist sich als schwer. Seit 2018 bekommst du zu hohe Beiträge wenigstens erstattet. Bis dato hast du im schlimmsten Falle nachgezahlt, aber im Umkehrschluss nichts zurück bekommen, was einfach ein Unding ist! Zumindest bin ich beruhigt, dass ich zurück bekomme, was ich zuviel gezahlt habe, aber trotzdem ist das Geld erstmal weg. Das f**kt mich grad hart ab, was einem alles diktiert wird- Hammer. Anarchie!!! Apropos Krankenkasse: unser Hund fing an zu humpeln, nachdem er schon länger Probleme beim Aufstehen und Hinsetzten hatte. Wir waren schon beim Tierarzt, aber wollten ihn beim Orthopäden vorstellen. Zum Glück hat Finley nichts, was der Rede wert wäre. Gott sei Dank! Wir haben ihn vor unserem inneren Auge schon auf dem OP-Tisch liegen sehen. Das hat das strapazierte Nervenkostüm zusätzlich verdünnt..

So far…

Aktuell bleibt noch das Wohnmobil fertig umzubauen. Das geht grade nicht, weil es eine neue Scheibe braucht, irgendwas geschweißt werden muss und am Auspuff muss auch was neu oder so. Das ist vor allem leider nicht gratis. Weiterhin die Hochzeit vorbereiten, die Wohnung räumen, ein paar Ämter abklappern und dann war es das im Großen und Ganzen. Das hört sich nicht nach viel an, aber bis du die Rattenschwänze, die an den einzelnen Punkten hängen erledigt hast, geht viel Zeit ins Land. Nebenbei planen wir die Guestspots und machen uns Gedanken wohin die Reise gehen soll. Ich zweifel nicht an unserer Entscheidung, aber die Angst vor dem Ungewissen ist groß. Vor allem wollen wir jetzt endlich los. Letztendlich haben wir die sieben Monate Vorbereitungszeit absolut benötigt. Einen 75m² großen Laden und eine 58m² Wohnung mit allem Trallafitti wirst du nicht über Nacht quitt. Ich kann die ganzen „letzte Preis?“- Nachrichten nicht mehr ertragen. Ja, das habe ich beim letzten Mal auch gesagt, aber es hat sich nichts daran geändert. 😀

Ich will raus in den Wald. Nach vier Monaten ist meine Nebenhöhlenentzündung endlich ausgeheilt. Seit einer Woche kein Blut mehr in der Nase- yay! Dieser verfluchte Mist hat mich fünf Wochen Arbeitsfähigkeit und somit Einkommen gekostet. Ist ja nicht so, dass du als Selbstständiger irgendwoher Geld bekämst, wenn nicht arbeiten kannst. Ein fettes Loch in unserer Reisesparkasse- ärgerlich. Ich hoffe, dass unser Erspartes soweit reicht, wie wir damit zu kommen gedenken und das mit den Guestspots alles gut klappt und wir genug verdienen. Bisher läuft alles wirklich gut, wenn auch nicht ultraglatt. Aber man kann sich nicht beschweren. Ich habe einfach nur den Papp auf. Wird Zeit, dass wir losmachen.

Beim nächsten Mal kann ich dich hoffentlich mit freudigen Neuigkeiten füttern. Momentan laufen wir auf dem Zahnfleisch und sind müde. Das wird sich sicher ändern, wenn wir endlich unterwegs sind und die ersten Eindrücke von unserer Reise mit Dir teilen können. 🙂

 

Du kannst übrigens ab sofort Termine bei uns buchen.

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