Endlich geht es los!

Wow, ok. Sorry. Lange nicht gemeldet.

Wir waren erstmal mit losfahren und allem beschäftigt, dass wir es nicht richtig auf die Reihe bekommen haben, den Blog zu aktualisieren. Außerdem ist das WLAN meist eher so mittel und reicht nur für Instagram Updates und das war´s…
Naja, egal, oder? Ist schließlich auch Hochzeitsreise.
Ich (Felix) versuche jetzt mal zu rekapitulieren, was wir bisher erlebt haben.

Wie das mit der Heizung weiter ging

Vielleicht erinnerst Du Dich, kurz vor unserer Abreise ging die Heizung kaputt und hat unsere Pläne zerstreut.
Diese reparieren zu lassen stellte sich als schwieriger raus als gedacht:

Um es kurz zu machen: Wohnmobilhändler angerufen:

Ist die Heizung in der Garantie?
-Ja, die ist drin.
Ok, Cool!
-Müsst ihr denen einreichen und die müssen das bewilligen und dann wird das bezahlt.
Nice!

So weit, so gut, war aber quasi gelogen, weil die keine Garantie für uns abgeschlossen hatten. Wussten wir aber nicht.

Anfang Mai ist nicht die beste Zeit um einen Termin bei einem Servicepartner für Wohnmobilheizungen oder ähnlichem zu bekommen.
Wir standen seit über eine Woche bei unseren (Schwieger-) Eltern, wollten los und waren irgendwie frustriert. So hatten wir uns das nicht vorgestellt und darum haben wir kurzer Hand einen Termin bei einer Werkstatt in Trier gemacht, dort hatten sie recht zeitnah (7.5.) nen Termin frei.

Also hatten wir eine paar Tage Zeit

Gut, wir am 3.5. ganz vorsichtig nach Zeltingen-Rachtig, da waren wir schonmal. Das Wetter war der Knaller und wir wussten, dass direkt neben dem Stellplatz ein Imbiss ist. Der sieht aus wie ne Pommesbude, hat aber gutes Essen und Wein am Start. Wir hin, alles super, alles wie wir es kannten. Safe Nummer. Wenn du von dem Stellplatz aus am Moselufer entlang gehst, vorbei am Minigolf, rennst du quasi von allein in den Imbiss.

Am nächsten Tag sind wir weiter die Mosel hoch, Richtung Trier, da haben wir einen Stellplatz gefunden, in Wintrich. Der war wirklich super. Direkt an der Mosel, genug Platz zwischen den Womos und die Duschen waren heiß genug.
Ich bin in einem Anfall von Wahnsinn mit dem Fixie (Rennrad ohne Gangschaltung und ohne Freilauf, also immer trampeln) zum nächsten Campingbedarf gerast. 35 km pro Strecke, um einen neuen Schlauch für unsere Toilette zu besorgen. Der Alte hat n bissi geleckt und ich wollte gern, dass alles funktioniert.
Der Hinweg war gut, Rückweg war die Hölle. Gegenwind, keine Radhose an, vollkommen aus dem Training, da ich fast nur noch laufe.
Naja, egal. Zurückgekommen, Schlauch passt nicht, alles umsonst, irgendwie Kacke. Oder eher Pisse.
Nachdem Kristin und ich uns gemeinsam den ganzen Spaß angeschaut haben, haben wir zum Glück eine gute Lösung gefunden. Jetzt ist alles dicht. HURRA!!!
Den 6.5. haben wir mit Wandern und in der Sonne rumlungern gut rumgekriegt und sind Montag, den 7.5. auf nach Trier.

Auf zur Werkstatt und nach Trier

Zwischenzeitlich haben wir mit dem Womo-Händler telefoniert, da uns die Sache mit der Garantie komisch vorkam. Er sagte, er könne uns nicht finden in den Garantieunterlagen. Wir sollten Ihm den Kostenvoranschlag schicken und er würde sich kümmern. Wir fanden das seltsam, aber haben uns gedacht: was soll schiefgehen? Ist schließlich unsere Hochzeitsreise und bisher hat alles gut geklappt.
Abwarten und Tee trinken.

In Trier haben wir Wohni in der Werkstatt stehen lassen und sind mit dem Bus in die City gefahren, um dort den Tag zu verbringen.
Am späten Nachmittag ging es zurück und da gab es eine dicke, fette Rechnung und den Kostenvoranschlag. Denn wir hatten vorher kommuniziert: macht das Ding heile, wir reichen das nachträglich ein. Wir wollen endlich los! Haben die gemacht und vielleicht noch ein- zwei Sachen extra.
Den Kostenvoranschlag haben wir an die vereinbarte Adresse geschickt und das Beste gehofft.
Unsere Freude, endlich ohne Verpflichtungen und Kram, um den man sich kümmern muss, loszufahren war wirklich groß! Es fühlte sich für mich an, als wären wir quasi gerade erst aufgebrochen und nicht seit fast zwei Wochen aus unserer Wohnung ausgezogen.

Ach ja: Trier war wirklich schön. Wir hatten mega gutes Wetter. Die Tatsache, dass wir n bisschen auf der Kippe standen,hat uns das allerdings etwas schwer gemacht zu genießen. Mit der Heizung und die Werkstatt nicht wusste, ob die das an dem Tag schaffen, oder wir noch ne Nacht da pennen müssen. Vielleicht gibt es in Trier oder Umgebung mal nen Lauf, damit ich zurückkehren kann und mir das ganze nochmal in Ruhe anschaue. Kristin hat dem Dom mega gefeiert. Wer die Chance hat, sollte sich unbedingt ein Orgelkonzert geben.

Dann kann es endlich losgehen…mit dem Ärger.

Also los, wir haben uns nen Stellplatz rausgesucht, der nicht zu weit weg ist und WLAN hat. Wir haben schließlich nen Blog zu betreiben. Nun sind wir in Billigheim-Ingenheim gelandet, in der schönen Pfalz, direkt bei Landau um die Ecke. Wirklich schönes Fleckchen, wir haben dort bei einem Spaziergang einen mega alten, jüdischen Friedhof entdeckt, der uns total beeindruckt hat. Das hatten wir dort nicht erwartet. Der Platz war gut, die Sanitäranlagen auch, aber in fußläufiger Nähe war nicht viel für uns zu holen.
Wir sind trotzdem zwei Nächte geblieben, haben Wäsche gewaschen und ausgeruht.

Naja, zumindest solange, bis die Nachricht vom Womo-Mann kam, dass sie die Kosten nicht übernehmen. Wir sollten in die Werkstatt nach Mülheim (an der Ruhr) kommen, um unsere Heizung reparieren zu lassen. Die Aussage, dass man im Moment keine Heizung braucht, weil es voll warm ist, fand ich besonders gut. Erstens ist warmes Wasser zum spülen total im Trend um Fett abzubekommen, zweitens stehen wir gerade in den Bergen in Slowenien bei ca. vier Grad in der Nacht. Soviel zum Thema: Heizung braucht man nicht.

Gut, wir also angepisst und verärgert, da wir schließlich für die Garantie auch extra bezahlt haben. Allerdings hatten wir nicht das Ok der Versicherung abgewartet, sondern einfach losreparieren lassen. Aber an der ganzen Sache war was faul… Da waren wir uns einig. Angeblich hatte die Garantiestelle den Kostenvoranschlag in Frage gestellt und würde verlangen, dass die Werkstatt von unserem Händler ein Auge darauf wirft. Ja, is klar… die Garantie gilt europaweit und wir fahren jetzt von Timbuktu wieder nach Mülheim. Nicht.

Egal, einfach weiter!

Hilft alles nix, wir wollten weiter in den Süden und sind in den Schwarzwald gefahren, nach Schiltach. Dort gibt es einen Stellplatz auf einem Parkplatz, auf dem du für lau stehen kannst. Es gibt Strom und Wasser gegen Spende, Dank einem lokalen Trachtengeschäft, die das finanzieren. Super coole Sache, schöne Stadt aus Fachwerkhäuschen. Im Internet steht, dass der Platz max. sechs Stellplätze hätte. Als wir nachmittags dort ankamen, war er rammelvoll mit PKW. Gegen Feierabend leerte sich der Platz nahezu komplett. Stromanschlüsse gibt es nur drei und nur in einer Ecke vom Platz.
Offiziell ist der Stellplatz für eine Nacht gedacht, so sind wir nach der Wanderung weiter gefahren nach Lindau am Bodensee. Hinzu unserem lieben Freund Ratz und seiner Frau Linda, die uns super warmherzig aufgenommen haben. Da wir dort Anfang Juli zum arbeiten sind, haben wir ein wenig Material dort gelassen, um Gewicht zu sparen. Wir waren mit allen zusammen in Bregenz und sind mit der Seilbahn auf den Pfänder gefahren, haben die Stadt angeschaut, waren essen und und und. Kam mir voll lange vor, waren aber nur drei Tage.

Lenggries

Am 12.5. sind wir weiter gefahren. Zur Erklärung: wir haben uns vorgenommen nicht über 300 KM am Tag zu fahren. Je nach Strecke brauchen wir mit dem Womo ne halbe-dreiviertel Std länger, als das Navi ursprünglich geplant hat. Wir sind dann bei Lenggries gelandet. Dort ist ein Stellplatz mitten im Wald und am See gelegen, der 4€ pro Nacht kostet und wirklich schön ist. Es gibt keinen Strom, aber brauchen wir Dank drei Aufbaubatterien und zwei Solarpanelen auch nicht. Auf dem Weg dorthin sind wir über eine Privatstraße gefahren, wo du Wegzoll zahlen musst. Und nicht wenig, ich mein 7€? Die Strecke war wirklich wunderschön (kurz vor Mittenwald, von Garmisch kommend Richtung Lenggries halten, zwischen Wallgau und Vorderriss). Aber mit dem Womo echt eng und ich hab nicht so viel schauen können, wie ich gern hätte. Die Straße führt durchgehend an der Isaar entlang und zwischendrin sind Parkplätze, um eine Pause zu machen oder den Tag am Fluss zu verbringen.

Bernau am Chiemsee

Am nächsten Morgen in Lenggries waren wir ne schöne Runde Wandern und haben uns weiter auf den Weg gemacht und sind am Chiemsee raus gekommen. In Bernau. Dort standen wir am Tenniszentrum Bernau auf dem Stellplatz. Der war all-inclusive mit WLAN genug, um YouTube-Videos hochzuladen und allem was das verwöhnte Camperherz begehrt. Dort war ich auch ausgiebig laufen und wir waren gemeinsam wandern. Wir haben einen kompletten Regentag im Womo verbracht und ich habe einen ersten Eindruck von Lagerkoller bekommen. Nix dolles, aber ich war voll abgefuckt von der Tatsache, dass man immer was wegräumen muss, um z.B. ein Brett zum Zwiebeln schneiden hinlegen zu können. Aber auch das haben wir überstanden. Nächsten morgen laufen und dann waren wir gemeinsam auf dem Markt in Bernau. Der findet donnerstags statt und hat ca. acht Stände, aber alles lokale Bauern mit regionalen Produkten, alles voll gut, lecker und nicht teuer. Du weißt genau was du von wem kaufst. Auch die Gemüsestände haben für jedes Produkt eine Liste über die Herkunft.

Das Ende der Heizungsodyseé

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit leckeren, regionalen Produkten haben wir Deutschland verlassen und sind bis Kärnten durchgedüst. Auf dem Weg dorthin bekam Kristin Nachricht vom Womohändlerboss, der, nach einigem Hin- und Hergeschreibe, zugegeben hat, dass sie vergessen haben unsere Garantie abzuschließen. Er hat uns ein Entschädigungsangebot gemacht, dass etwas mehr als die Hälfte unserer Rechnung begleicht. Garantie haben wir ab sofort. Der Händler versäumte aber nicht zu erwähnen, dass er das aus reiner Kulanz tut. Die Garantie hätte die Rechnung eh nicht übernommen, weil wir das „go“ nicht abgewartet haben. Man kann niemandem einen Strick drehen, wenn das Haus einstürzt, dessen Keller man nicht vertragsgemäß gebaut hat.. just saying.

Die Nockberge

Oberhalb vom Millstätter See befinden sich die Nockberge. Dort liegt Gnesau und der Campingplatz auf dem wir gelandet sind. Toller Stellplatz, super nette Betreiber und die haben ne großartige Pizza im Angebot!
Wir haben unsere bisher größte Wanderung gemacht, die mega aufregend war! Ich hatte nen kleinen Kater, war gestresst, weil du mit Hund auf Almen wohl ziemlich aufpassen musst mit Kühen. Die finden das wohl nicht so cool, wenn die Kälbchen haben und da ein Hund um die Ecke kommt. Wir haben keine Kühe getroffen, also hab ich mich umsonst gestresst. Wie so oft. Dafür haben wir auf dem Gipfel gemerkt, dass die Strecke die wir uns ausgeguckt hatten, etwa doppelt so weit war, wie ursprünglich geplant. Naja, hilft nix, weiter geht´s. Der Weg war wild, kaum zu erkennen. Plötzlich keine Markierungen mehr. Wir durchs Unterholz. Irgendwann haben wir eine Forststraße gefunden, die wir zuordnen konnten und ein netter Einheimischer hat uns mit dem richtigen Weg geholfen. Kurz darauf haben wir eine Hirschkuh gesehen, die mitten auf unserem Weg stand. Mega beeindruckend. Die war echt groß. Danach hat Kristin noch ein Reh abhauen gesehen und wir haben eine Geweihstange gefunden. Später ein paar Überreste von einem Hirsch, die noch nicht ganz aufgegessen waren. Dann stand noch ein Hirschböckchen im Wald.

Danach mussten wir doch noch ein kleines Stück durch ein Stück Weideland mit Kühen, doch die haben uns nicht bemerkt.

Slowenien

Heute früh sind wir zeitig aufgestanden und haben Wohni fleißig geputzt und endlich den Frischwassertank ausgiebigst gereinigt. Bisher haben wir das Wasser daraus nur zum kochen und Zähneputzen genommen, Trinkwasser hatten wir in nem separaten Kanister.

Danach sind wir dann nach Slowenien aufgebrochen. Über den Loibl-Pass mit ordentlich Steigung, die Wohni super gemeistert hat und auf in ein Land, in dem wir beide noch nicht waren. Gut, ich hab mal nen Tagesausflug nach Ljubljana gemacht, aber da sieht man nicht viel vom Land.
Wir stehen jetzt in einem Tal, umgeben von wirklich hohen Bergen, mit noch ordentlich Schnee drauf. Der Betreiber ist nett und witzig und hat uns vor Bären gewarnt, die hier wohnen. Ziemlich abgefahren. Wir sind ins Tal gegangen und haben uns die Gegend angeschaut. Dort sind wir auf ein Wald-Denkmal gestoßen, wo anscheinend  Kletterern und Wanderern gedacht wird, die hier umgekommen sind. Wirklich ein schöner Ort, aber natürlich auch ein bisschen bedrückend.
Danach sind wir im Gasthaus am Stellplatz, der eine Wiese ist, eingekehrt und haben gut gegessen und getrunken, die meisten sprechen gut deutsch und sind mega freundlich.
Grade sind noch Nachbarn gelandet, die machen n bisschen Lärm. Haben glaube ich vorher ordentlich im Gasthaus getrunken. Ist auch Wochenende. Außerdem bin ich noch wach und schreibe.

Jetzt ist Schluss und ich mach mich bettfertig. Ab sofort versuchen wir regelmäßiger zu schreiben.

Gute Nacht!

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