Es brennt! Im Ernst jetzt!

Italien

Nachdem ich im Womo geduscht und mich frisch gemach habe, machen wir uns auf den Weg richtung Westen. Eigentlich möchte wir ins Soçatal, doch die Stellplätze hier sind teuer und ich habe über die App Stay4Night einen Parkplatz am See gefunden, den man wohl zum übernachten nutzen kann.
Dort angekommen geht Kristin gleich im kalten Raiblsee schwimmen, ich mache mich nützlich und fotografiere.
Die Umgebung ist wirklich traumhaft. Wenig los, tolle Berge, Postkartenpanorama. 1000 Handyfotos, jedes ein Treffer. Wirklich unfassbar schön. Und ein kostenloser Platz, den wir uns mit ein paar anderen Campern teilen.
Ich muss zugeben, dass ich etwas unruhig geschlafen habe, ich bin ja n Schisser. Ist halt nicht erlaubt hier zu übernachten, nur nicht verboten. Zumindest in der Nebensaison.
Aber wir wurden nicht festgenommen, ausgeraubt oder irgendwas, also bin ich entspannt.

Feuer!

Morgens möchte ich den Spannungswandler anmachen um das Telefon zu laden, da fällt mir ein Flackern im Zwischenboden auf. Das Teil brennt. Es hört zum Glück schnell auf zu flackern und ich hocke über dem Gerät und warte, dass sich der Rauch verzieht. Stinkt gewaltig.
Der Spannungswandler wird kurzerhand demontiert, in den Müll geworfen. Nach kurzer Rücksprache mit meinem guten Freund und Alleskönner Marc habe ich auch alle Kabel ordnungsgemäß verpackt und bin beruhigt, dass nicht mehr passiert ist.
Wir schnappen uns den Hund und gehen zum Kanuverleih um, Überraschung, Kanu zu fahren. Hunde dürfen nicht mit. Wir also zurück, Hund ins Womo, zurück zum Verleih, Kanu fahren.
Nasse Angelegenheit. Wirklich schöne Aussicht, nach ca 45 min haben wir genug und paddeln zurück.
Jetzt sind wir angefixt und planen auf Komoot (App für Wanderungen und Outdoorspaß) eine Wanderung. Los geht’s. Der Weg führt uns zuerst zu einer Bunkeranlage, vermutlich aus dem 2. Weltkrieg, die nicht verschlossen ist. Irgendwie zieht es uns hinein (Kristin mehr als mich) doch irgendwann geht es zu tief in den Berg und wird zu düster und ich gehe nicht weiter. Kristin geht noch ein Stück, doch auch sie hat dann genug. Meistens findet man in so nem Bunker doch nur ne vergammelte Matratze und leere Flaschen. Kristin wurmt es bis heute, dass wir nicht weiter rein sind.
Die Wanderung war wirklich toll, allerdings echt ne krasse Strecke. Erst geht es über einen kaum sichtbaren Pfad, (keinen Pan woher die App den kennt) der eher aussieht als wäre da mal Wasser den Hang runtergeflossen, ohne Kurven den Berg hoch. Keine Ahnung wie Steil, auf jeden Fall teilweise kaum hochzukommen. Nachdem das geschafft ist, stoßen wir auf eine großartige Aussicht auf See und Womo und eine steile Wand unterhalb des schmalen, gerölligen Weges. Kristin ist nicht sehr begeistert, da sie Höhen nicht cool findet, wenn der Weg nicht besonders stabil scheint.
Sie hat sich aber beeindruckend zusammengerissen und sich geweigert, sich von Ängsten noch irgendetwas vorschreiben zu lassen. Wir können den steilen Weg nach unten ohne weitere Zwischenfälle hinter uns bringen und landen im Ort in der einzigen Pizzeria. Wir gönnen uns Pizza und Bier und Wein und sind zufrieden. Vom Ort aus müssen wir noch ein paar Kilometer zum See wandern. Nach diesem Tag wirklich keine einfache Aufgabe mehr.
Im Womo machen wir es uns gemütlich, ich sitze auf der „Couch“ und trinke ein Bier und schaue dem Parkplatz beim leer werden zu. Es ist Sonntag und anscheinend hat keiner vor hier in die neue Woche zu starten.
Ein komischer Kauz kommt angefahren und quatscht mich voll mit Reichsbürgerkram, Diktatur der Industrie und so Zeug. (Den Bericht findet ihr auf meiner Facebookseite)
Der Abend und die Nacht auf dem leeren Parkplatz sind toll, es ist unglaublich schön hier.
Am nächsten Morgen bekomme ich die Haare auf sportliche 3mm abrasiert und gehe danach todesmutig im kalten See schwimmen. Durch den anstrengenden Tag gestern und die erkundete Gegend, die fußläufig nicht mehr soooo viel für uns herzugeben scheint, machen wir uns auf den Weg nach Maniago, dort ist ein weiterer kostenloser Stellplatz am Stadtrand.

Maniago, die Messerstadt

Wir kommen an in der Stadt, die uns viel kleiner erscheint, als sie eigentlich ist. Der Stellplatz liegt am Rand eines Parkplatzes und PKW haben Parkverbot. Es ist kein Womo auf dem Platz und wir freuen uns über den kostenlosen Luxus: Abwasser loswerden, Frischwasser tanken, Strom, ebener Platz. Toll. Echt cool, dass eine Gemeinde so etwas zur Verfügung stellt, ist ja auch ne einfache Rechnung, dass die Gäste auch Geld im Ort lassen werden.

Nach und nach kommen noch ein paar andere Camper und machen es sich gemütlich. Wir gehen in die Stadt und suchen ein Restaurant, was Essen serviert. Kein leichtes Unterfangen bei unseren Essenszeiten. Meistens stehen wir früh auf, so zwischen 6 und 7. Es gibt Kaffee und je nachdem ob wir laufen oder nicht, Frühstück. Wenn gelaufen wird, wird danach gefrühstückt. Oft gibt es mittags nichts, manchmal Obst oder so, meistens steht uns dann so gegen 16:00-17:00 Uhr der Sinn nach Essen. Schwierig. Nicht nur hier in Maniago.

Wir durchstreifen die ganze Stadt, dann nochmal quer und nochmal rückwärts.

Nichts. Alles zu. Wir landen bei der Pizzeria neben unserem Stellplatz, die hat grade aufgemacht und hat günstige Pizza, auch zum mitnehmen. Wir essen gemütlich im Park neben dem Stellplatz.

Abends sind wir im Womo und lesen oder hören Hörbuch. Der Park füllt sich mit jungen Leuten, die Bier trinken und ähnliches. Es ist relativ laut. Ich möchte mich nicht beschweren, der Platz ist umsonst und so. Ich höre ein Hörbuch und darüber verschwinden langsam die Geräusche und ich kann schlafen.

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