Kommando zurück!

Flucht nach Slowenien

Es wird uns hier im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß und zu teuer. Wir entscheiden uns am nächsten Morgen kurzerhand nach Slowenien zu brettern, zurück zu Marian. Dort ist die Luft kühl, die Nächte kalt genug um gut zu schlafen und die Leute herzlich.
Unsere längste fahrt bisher. Für die 300km brauchen wir 5,5Std. Heftig anstrengend. Wir werden für die Anstrengungen belohnt mit einem Eimer Salat (es ist nicht mehr so viel da, aber ich krieg schon was zusammen) und einem Eimer Frittierter Kartoffelscheiben. (Nicht jammern, essen! ist die Antwort auf: Aber das ist so viel, wie sollen wir das schaffen?)
Hier ist es schön, die Stimmung gut und es ist ein gutes Gefühl an einen Ort zurückzukehren, wo man weiß wie alles läuft. Wir genießen die Ruhe in Kamniska Bistrica und schlafen gut im abgekühlten Wohnmobil.

Wandern in Kamnik 

Von dort aus kann man, Trittsicherheit und gute Kondition vorausgesetzt, auf den Brana (2253m) klettern.
Der Weg ist steil und zieht sich in endlosen Serpentinen den Berg hoch, bis zu einer Berghütte. Ich bin hoch gelaufen/schnell gewandert und hatte nix zu Essen mit, da ich eigentlich ne kürzere Tour geplant hatte.
Nachdem ich an der Hütte ne kalte Cola für 3€ erstanden habe, bin ich gestärkt um die von dort ausgewiesenen 45min bis zum Gipfel in Angriff zu nehmen.
Ich hab keine Ahnung, wie lang es letztendlich gedauert hat, aber das letzte Stück hat es in sich. Schneereste und Geröllfelder, soweit man sehen kann. Der Weg ist in stetigem Wandel durch Steinrutsche und ein Teil ist noch schneebedeckt, wo ich mit meinen Trailschuhen nicht unbedingt durch möchte. Das Geröllfeld endet, ich setze mich kurz an einen großen Stein um durchzuatmen und zwei Absteigende durchzulassen. Man grüßt sich und wir reden kurz, wir tragen alle Trailschuhe und kaum Ausrüstung. Ich erzähle, eventuell umzudrehen, da es mir recht gefährlich vorkommt, doch die beiden ermutigen mich und sagen, ich hätte das schlimmste geschafft.
Ich bin wieder motiviert und nehme das letzte Stück in Angriff. Nach wenigen Metern packe ich mir die Stöcke in die Halterung an meinem Laufrucksack, da ich meine Hände nun zum klettern brauche. Es ist nicht ohne, aber doch schaffbar, wenn man nicht zu ängstlich oder unsicher ist. Kurz danach erreiche ich den Gipfel, die Aussicht ist großartig, ich habe noch Glück mit dem Wetter. Ich trinke einen Schluck, mache ein paar Fotos und mache mich auf den Rückweg.
Der erste Teil ist wieder viel Kletterei, dann folgt das Geröllfeld. Ich probiere diesmal den Weg über den Schnee und hab Schiss. Zum Glück habe ich die Stöcke dabei. Einmal rutsche ich ab und halte mich nur durch meinen Stock im Schnee vom rutschen ab.
Nach dem gefährlichen Part laufe ich wieder. Zumindest da wo es geht. Es ist teilweise zu steil zum laufen, aber je weiter ich runter komme, desto besser läuft es sich.
Die letzten Meter sind echt heftig, ich laufe lieber hoch als runter. Letzten Endes habe ich einen blauen Zeh und ein paar Gipfelfotos mehr nach der Tour und bin zufrieden über 1600hm auf- und wieder Abstieg 🙂

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